Im Zentrum der Besetzung von Mormont
Im Oktober 2020 gründete eine Handvoll Aktivist*innen auf dem Mormont-Hügel die erste ZAD (Zone à Défendre) der Schweiz. Nach und nach versammelte sich dort eine wachsende Gemeinschaft, um diese Landschaft zu verteidigen, die durch die Erweiterung des Steinbruchs des multinationalen Konzerns Holcim bedroht war. Von den ersten Hütten und Barrikaden bis hin zu deren Abriss und der brutalen Räumung durch die Ordnungskräfte wird der Ort bewohnt, umgestaltet und verteidigt. Die Ziele dieses Zusammenlebens gehen dabei schnell über das bloße „Gegen Holcim“ hinaus und entwickeln sich zu einem immensen, komplexen und vielschichtigen „Für“.
Die Fotografin Nora Rupp, die das Vertrauen der Aktivist*innen gewonnen hat, dokumentiert während dieser 165-tägigen Besetzung das Gemeinschaftsleben, das sich in der Natur entfaltet, die Gesten des Alltags und die Spannung eines ungleichen Kampfes gewöhnlicher Bürger*innen gegen einen Betonriesen. Diese transformative Erfahrung veranlasst sie, durch ihr Objektiv einen Raum des Dialogs zu schaffen zwischen einer Gesellschaft, die sich vor dem fürchtet, was den Normen entgeht, und Menschen, die durch Optimismus und den Wunsch vereint sind, andere Möglichkeiten zu erschließen.
In einer Welt, die von tiefgreifenden klimatischen und sozialen Krisen zerrissen ist, lädt uns LA JOIE RESISTERA ! dazu ein, unser eigenes Verhältnis zum Leben und zu anderen sowie unsere Organisationsmodelle zu hinterfragen. Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Aktivist*innen der ZAD entstanden ist, vereint mit dem Swiss Press Photo 2022 ausgezeichnete Aufnahmen sowie bisher unveröffentlichte Werke und Porträts, auf denen ZAD-Aktivist*innen geschickt maskiert sind, um ihre Anonymität zu wahren. Diese Bilder verdeutlichen die Grenzen des militanten Engagements auf individueller Ebene und unterstreichen die Schönheit und die schöpferische Kraft des Zusammenlebens.